Privatisierung

Wohnungen in Düsseldorf für 5 Euro/qm? CDU-Politiker Fils soll auf gefakte Rheinbote-Anzeige reagieren

Mit einer gefakten Anzeige in der heutigen Ausgabe des Düsseldorfer Anzeigenblatts Rheinbote wird CDU-Kommunalpolitiker Dr. Alexander Fils an seine Aussagen zu Mietpreisen in Düsseldorf erinnert. Aufgegeben hat die Anzeige Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf. Laubenburg dazu:

„Sie finden in Düsseldorf Wohnungen für 5 Euro pro Quadratmeter, nicht im Zentrum der Stadt, nicht in In-Gegenden wie vielleicht Pempelfort oder Oberkassel, aber im Süden der Stadt.“ Diese Aussage machte Dr. Alexander Fils (CDU), Vorsitzender des Düsseldorfer Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung, in der letzten Woche gegenüber dem Lokalsender center.tv.

Zu finden sind solche Wohnungen allerdings weder in den Immobilieninseraten noch auf den Internetseiten von Immobilienanbietern. Viele Wohnungssuchende haben sich über die „Erkenntnisse“ des Dr. Alexander Fils über den Düsseldorfer Wohnungsmarkt doch mehr als gewundert.

Im heutigen Rheinboten wird nun mit einem Inserat auf Wohnungen zu 5 Euro/qm hingewiesen, Dr. Alexander Fils ist mit seinen Telefonnummern als Kontaktperson für weitere Informationen angegeben.

Es wäre schön und wünschenswert, wenn möglichst viele Menschen durch die offenbar nur bei Dr. Fils vorhandenen Informationen über Wohnungen zu 5 Euro/qm eine neue Wohnung finden könnten. Zudem hat Dr. Fils nun die ganz konkrete Möglichkeit, die Richtigkeit seiner Angaben nachzuweisen und bekannt zu geben, um welche Wohnungen es sich handeln soll. Deshalb habe ich diese Anzeige aufgegeben.

Mit den Fils- Aussagen wird sich morgen auch der Stadtrat beschäftigen. Aus aktuellem Anlass habe ich die Verwaltung gefragt, welche Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis von 5 Euro ihr bekannt sind.

Geplanter Verkauf der 830 Rheinbahn-Wohnungen ist wohnungspolitischer Amoklauf

Zum geplanten Verkauf der 830 Rheinbahn-Wohnungen erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf:

Der geplante Verkauf der 830 Rheinbahn-Wohnungen ist ein wirtschaftlicher und wohnungspolitischer Amoklauf. Schon jetzt ist der kommunale Wohnungsbestand in Düsseldorf im Vergleich zu anderen Großstädten außerordentlich gering. Der Düsseldorfer Wohnungsmarkt ist von fehlendem Wohnraum und explodierenden Mietpreisen gekennzeichnet. Kommunaler Wohnungsbestand ist von daher auszubauen, nicht abzuschaffen, um stärkeren politischen Einfluss auf Mietpreise und Wohnungsbelegungen nehmen zu können. Es ist zudem schlichtweg wirtschaftlicher Unsinn, auf der einen Seite Millionenbeträge (allein in 2010 1,05 Millionen Euro) aus dem städtischen Haushalt für den Erwerb von Belegungs- und Mietpreisbindungen an private Investoren zu zahlen und gleichzeitig kommunalen Wohnungsbestand aufzugeben.

Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass mit der Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft (DWG) ein genossenschaftlich organisierter Käufer gefunden zu sein scheint. Selbst dieser Verkauf hätte Nachteile für Mieterinnen und Mieter.

Die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaften verabschieden sich beispielsweise seit Jahren aus dem Bereich des sozialen Wohnungsbaus, weil sie erleben, dass ihre Mitgliederstruktur sich verändert. Wer Anspruch auf einen WBS hat, hat häufig die finanziellen Mittel nicht, um die zum Bezug einer Genossenschaftswohnung notwendigen Genossenschaftsanteile zu erwerben, geförderter Wohnraum ist für Genossenschaften daher schlecht vermittelbar.

Auch für die Nutzung der Rheinbahn-Wohnungen wären demnächst Eintrittsgelder und Genossenschaftsanteile in Höhe von 2.050 Euro fällig, Beträge, die in der Regel deutlich über einer Mietkaution liegen. Zudem stünden die 830 Wohnungen in erster Linie denjenigen zur Verfügung, die bereits zuvor Mitglieder der Genossenschaft waren.

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