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Widerstand gegen rassistische Hetze unter dem Deckmantel der Verteidigung von Schwulenrechten notwendig

Zum Auftritt des Dortmunder Gymnasiallehrers Dr. Daniel Krause auf einer Kundgebung von „pro nrw“ erklärt Frank Laubenburg, Sprecher der NRW-Landesarbeitsgemeinschaft queer der Partei DIE LINKE:

Rassismus hat viele Gesichter und Facetten. So ist seit Jahren – nicht zuletzt durch die Aktivitäten von Pim Fortuyn in den Niederlanden und die „Statistiken“ des Berliner Projekts „Maneo“ - zu beobachten, dass mit dem Bedrohungsszenario einer angeblich drohenden „Islamisierung“ rassistische Klischees bedient und verbreitet werden – und sich RassistInnen dabei als Verteidiger „demokratischer Werte“ gerieren. Der Auftritt des am Dortmunder Stadtgymnasium unterrichtenden Dr. Daniel Krause auf einer pro nrw-Demonstration am vergangenen Samstag ist ebenfalls so einzuordnen.

Die Freiheitsrechte von Lesben und Schwulen – die Krause durch „Islamisten“ bedroht sieht – werden in der Bundesrepublik vor allem von der katholischen Kirche mit Füßen getreten. Auf der Grundlage der arbeitsrechtlichen Sonderrechte der Kirchen werden MitarbeiterInnen entlassen, weil sie eine lesbische Lebenspartnerschaft eintragen lassen (so in Oberhausen geschehen) oder ihnen wird, weil sie sich zu ihrer Homosexualität bekennen, die Erlaubnis, an staatlichen Schulen Religionsunterricht zu erteilen, entzogen (so geschehen in Erftstadt). Viele ansonsten offen lebende Schwule und Lesben trauen sich an ihrem kirchlichen Arbeitsplatz bis heute nicht, sich zu ihrer sexuellen Orientierung zu bekennen, weil sie um ihre berufliche Existenz fürchten müssen.

Das alles ist aber natürlich uninteressant für diejenigen, die ihre dumpfe rassistische Hetze gegen Menschen mit Migrationshintergrund als fortschrittlich verkaufen und ihr einen intellektuellen Anstrich geben wollen – wie Dr. Daniel Krause. Sie ignorieren vielmehr die vorhandene alltägliche Homophobie in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, um das Gespenst einer gerade Schwulen und Lesben drohenden Islamisierung an die Wand zu malen.

Dieser rechten Hetze muss offensiv begegnet werden. Gerade die Landesregierung in NRW ist gefordert. Zum einen muss sie „Pädagogen“ wie Dr. Daniel Krause, der seine kruden Thesen verstärkt in den Unterricht einfließen lassen will, in die Schranken weisen. Zum anderen muss sie antirassistische Projekte in der schwul-lesbischen community fördern und zudem dazu beitragen, dass coming-out-Projekte für Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund gestärkt werden. Denn gerade deren Zielgruppe steht durch Homophobie und rassistische Hetze unter doppeltem Druck.

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