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Rheinbahn: Krankenstand hausgemacht, Zulagenkürzung inakzeptabel

Zur Streichung der Zulagen und den damit verbundenen Gehaltskürzungen von bis zu 10% für alle Beschäftigten bei der städtischen Rheinbahn AG
erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf:

Der vermeintlich hohe Krankenstand von 8,9% bei der Rheinbahn AG ist vor allem hausgemacht. Personalabbau und die Verlagerung von Neueinstellungen auf Sub-Unternehmen mit schlechteren tariflichen Bedingungen haben den Altersdurchschnitt der bei der Rheinbahn AG Beschäftigten erhöht, der Arbeitsdruck ist zudem enorm gewachsen. Kein Wunder, dass das zu höheren Krankenständen im Unternehmen führt.

Dass der Vorstand der Rheinbahn AG nun den durch seine Personalpolitik verursachten hohen Krankenstand nutzt, um vereinbarte Zuschläge für die Beschäftigen zu streichen, ist vollkommen inakzepatbel.

Von über 3.400 Beschäftigten im Jahr 2000 hat die Rheinbahn AG ihren MitarbeiterInnenbestand auf knapp über 2.700 Ende 2009 abgesenkt, ein Personalabbau von über 20% in zehn Jahren also. Neueinstellungen erfolgten zumeist bei von der Rheinbahn AG gegründeten oder zugekauften Sub-unternehmen wie Rheinbus, Bus Maaßen und Elba-Reisen, nicht bei der Rheinbahn AG selbst. Bei diesen Sub-Unternehmen gelten wesentlich schlechtere tarifliche Bedingungen als bei der Rheinbahn AG selbst, die dort Beschäftigten verdienen zum Teil mehrere hundert Euro weniger im Monat.

Es ist eine Schande, dass ein Unternehmen der öffentlichen Hand eine solche Politik des Lohndumpings fährt.

Jetzt werden die Folgen dieser Ausgliederungen auch für die Stammbelegschaft der Rheinbahn AG deutlich, indem mit dem Verweis auf den „zu hohen“ Krankenstand den MitarbeiterInnen Zuschläge gestrichen werden. In den unteren Lohngruppe bei der Rheinbahn AG dürfte das für einige Beschäftigte mit Familie heißen, in Zukunft trotz eines Vollzeitjobs auf aufstockende Hartz IV-Leistungen angewiesen zu sein. Kranke KollegInnen werden zudem durch den Unternehmensvorstand enorm unter Druck gesetzt. Sie leiden nicht nur unter ihrer Erkrankung sondern gelten auch noch als verantwortlich dafür, dass ihre gesunden KollegInnen Gehaltskürzungen hinnehmen müssen.

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat mit der SPD/Grünen-Mehrheit ab 1998 diesen beschäftigtenfeindlichen personalpolitischen Sparkurs mit der Gründung der Rheinbus begonnen, CDU und FDP haben ihn seit 1999 beschleunigt fortgeführt.

Jetzt muss mit dieser Politik des Lohndumpings, der Ausgliederung und des Kaputtsparens der Rheinbahn AG auf dem Rücken der Beschäftigten endlich Schluss gemacht werden. Daher habe ich den CDU-Aufsichtsratsvorsitzenden Andreas Hartnigk (CDU) heute aufgefordert, dem Rat der Stadt einen Bericht zur Altersentwicklung bei den Rheinbahn-Beschäftigten vorzulegen und dem Rat gegenüber darzustellen, mit welchen personalpolitischen Maßnahmen dem hohen Krankenstand bei der Rheinbahn AG entgegengewirkt werden kann. Klar ist schon jetzt, dass dazu Neueinstellungen ebenso notwendig sind wie eine Absenkung der Überstunden bei der Rheinbahn AG sowie eine Eingliederung der Sub-Unternehmen in die Rheinbahn AG selbst.

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