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NRZ: Verfehlte Industriepolitik!

Auf die geplante Schließung des Nirosta-Werks in Benrath reagieren Sozialdemokraten und Linke mit heftigem Kopfschütteln. Das drohende „Aus“ ist nach Auffassung der SPD-Ratsfraktion auch Folge der einseitig auf Dienstleistungsunternehmen ausgerichteten Stadtpolitik. „Obwohl Düsseldorf nach wie vor ein bedeutender Industriestandort mit Tausenden von Arbeitsplätzen ist, findet das in der offiziellen Stadtpolitik und -werbung nicht statt“, sagt Markus Raub, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. „Man muss den hier ansässigen Unternehmen aber von Seiten der Stadtspitze das klare Signal geben, dass sie hier erwünscht sind und dass sie Entwicklungsmöglichkeiten haben.“ Die SPD verweist bei ihrer Kritik auf das Beispiel des Hafens und den geplanten Bau von Luxuswohnungen. „Durch solche Planungen werden die im Hafen ansässigen Betriebe gefährdet.“ Auch im Falle der geplanten Schließung von ThyssenKrupp Nirosta habe man nach Auffassung der SPD nicht früh genug und nachdrücklich das Interesse der Stadt am Erhalt des Werkes und der Arbeitsplätze deutlich gemacht.

„Anscheinend hat es bis heute niemand von der Stadtspitze für nötig erachtet, auch mal mit den Betriebsräten zu reden, um ihnen deutlich zu machen, dass man sie in ihrem Kampf für die Arbeitsplätze unterstützt“, stellt Markus Raub fest. Stattdessen habe der Wirtschaftsdezernent nur bei der Unternehmensspitze nachgefragt und sich mit deren Auskünften zufrieden gegeben. „Der gute Branchen-Mix war für Düsseldorfs Entwicklung enorm wichtig. Wir brauchen die Industrieunternehmen und ihre Arbeitsplätze“, betont Raub.

Die Linke sieht es als zynisch an, dass die mögliche Schließung des Werks bei der letzten Aufsichtsratssitzung unter dem Aspekt „Verschiedenes“ behandelt wurde. Allein aus „Profitgier werden mehrere hundert Arbeitsplätze vernichtet“, zürnt Ratsherr Frank Laubenburg.
Jetzt müssten die Stadtverwaltung und die Landesregierung bei Thyssen-Krupp intervenieren.

NRZ, 21.09.2010

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