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Katholische Krankenhäuser in Düsseldorf: Abweisung von Vergewaltigungsopfern inakzeptabel

In den Düsseldorfer Krankenhäusern unter katholischer Trägerschaft wird auf Anweisung des Erzbistums Köln die Behandlung von Vergewaltigungsopfern, insbesondere die Notfallkontrazeption („Pille danach“), aus „moraltheologischen Gründen“ verweigert. Dies wurde durch einen aktuellen Fall in Köln bekannt. Mit einer Anfrage im Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf will Ratsmitglied Frank Laubenburg vor diesem Hintergrund in Erfahrung bringen, wie der katholischen Kirche die Trägerschaft für Krankenhäuser aberkannt werden kann. Frank Laubenburg dazu:

Gleich zwei Kölner Krankenhäuser in katholischer Trägerschaft haben im Dezember 2012 die Behandlung eines Vergewaltigungsopfers abgelehnt. Weder zur Sicherung der Vergewaltigungsspuren noch zur bereits von einer Notärztin verschriebenen Notfallkontrazeption waren die Kliniken bereit. Das Vergewaltigungsopfer musste eine dritte Klinik aufsuchen, um behandelt zu werden. Das Erzbistum Köln erweist darauf, dass diese Verhalten den „moraltheologischen“ Vorstellungen der katholischen Kirche entspräche und aus kirchlicher Sicht korrekt und sogar so vorgeschrieben sei. Schweinepriester bekommt damit als Begriff eine sehr klare Bedeutung.

In Düsseldorf betreibt die katholische Kirche mit dem Augusta-Krankenhaus, dem Krankenhaus Elbroich, dem Marienkrankenhaus Kaiserswerth, dem Marienhospital Düsseldorf und dem St.-Vinzenz-Krankenhaus gleich fünf Kliniken, die sich offenbar nicht an medizinischen Standards, sondern an moraltheologischem Geschwurbel orientieren. Für Patientinnen und Patienten, nicht nur für Vergewaltigungsopfer, kann es lebensgefährlich werden, wenn sie dort auf der Grundlage moraltheologischer Phrasen behandelt oder eben nicht behandelt werden.

Zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales frage ich von daher an, welche Behandlungsstandards in den genannten katholischen Düsseldorfer Kliniken aus moraltheologischen Gründen nicht angewandt und welche Patientinnen und Patienten dort nicht werden.

Fakt ist, dass die Krankenhausbedarfsplanung in Düsseldorf endlich das Verhalten der katholischen Kliniken berücksichtigen und zur Kenntnis nehmen muss, dass eine korrekte Versorgung von Patientinnen und Patienten dort offenbar nicht gewährleistet ist. Somit braucht Düsseldorf andere Krankenhäuser oder endlich eine Ende der katholischen Trägerschaft in den genannten Krankenhäusern.

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