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Heutige Razzia zeigt erneut: Düsseldorf hat ein Nazi-Problem

Zu den heutigen Hausdurchsuchungen – auch in Düsseldorf - gegen den neonazistischen „Freundeskreis Rade“ erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf:

Die fortlaufenden Behauptungen der Düsseldorfer Polizei, in der Landeshauptstadt Düsseldorf gäbe es kein Nazi-Problem, wird durch die heutigen Razzien gegen den „Freundeskreis Rade“ erneut ad absurdum geführt.

Bereits am 13. März wurde in Düsseldorf mit Sven Skoda ein führender Neonazi verhaftet, der laut Polizeiangaben angeblich längst aus Düsseldorf verzogen war.

Vollkommen ignoriert wurde über einen langen Zeitraum die Aktivitäten des aus Düsseldorf-Bilk stammenden und dort auch noch gemeldeten 18jährigen Tim Schulze-Oben, der seit Anfang 2010 in der Nazi-Szene aktiv ist. Seine massive Gewaltbereitschaft war ebenfalls schon 2010 offensichtlich: am Apollo-Variete griff er seinerzeit einen Migranten mit einer Bierflasche an, in der Düsseldorfer Altstadt bezeichnete er bei einer Auseinandersetzung einen Polizisten als „Juden“. Unter den Augen von Polizei und Staatsschutz konnte Schulze-Oben seine Angriffe ungehindert fortsetzen. Am 13. April 2012 wurde Schulze-Oben dann wegen schwerer Körperverletzung (begangen am 16.06.2011 mit einem Jagdmesser) vom Landgericht Düsseldorf zu einem halben Jahr Betreuung durch die Jugendgerichtshilfe und 100 Euro an die Justizkasse sowie 50 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Erst wenige Tage vor dem Prozess griff Schulze-Oben mehrere Personen am Wuppertaler Hauptbahnhof an, angespornt durch das gnädige Urteil des Landgerichts griff
Schulze-Oben dann am 19.04.2012 in Wuppertal zwei Menschen an und verletzte diese schwer - mit (abgebrochenen) Bierflaschen. Die Richterin des Landgerichts, die Schulze-Oben lediglich zur „Betreuung“ durch die Jugendgerichtshilfe verurteilt hat, trägt die
Mitverantwortung für diese schweren Körperverletzungen.

Mit Tim Schulze-Oben und Sven Skoda bekannt ist auch der 25jährige Christian Dalhoff, der in Oberbilk lebt. Er beteiligt sich an Naziaufmärschen, verbreitet antimuslimische Propaganda in Oberbilk und sympathisiert mit der NPD Düsseldorf/Mettmann. Dalhoff stammt aus Holthausen und ist im dortigen St.-Sebastianus Schützenverein e.V. Düsseldorf-Holthausen 1925“ aktiv, wo er 2001 und 2003 Jugendregimentsprinz des „Tambour Corps“ war.

Ebenfalls in Düsseldorf aktiv: Patrick Prass, der wiederholt wegen Plakatierung von Nazipropaganda und durch Bespuckung und Beleidigung gegen Ausländer auf offener Straße aufgefallen ist. Prass flog wegen Beleidigungen und Übergriffen gegenüber ausländischen MitschülerInne von der Hauptschule Benrath.

Schulze-Oben, Dalhoff, Prass und Skoda sind nur einige der bekannten Düsseldorfer Neonazis, die ihr Unwesen seit langem unter den Augen von Polizei und Staatsschutz treiben. Antifaschistischen Gruppen ist zu verdanken, dass diese Aktivitäten öffentlich wurden. Ihre Neonaziaktivitäten konnten diese Düsseldorfer Nazis allerdings jeweils bereits als Schüler ungestört durch Polizei und Staatsschutz betreiben.

Die heutigen Razzien können von daher auch nicht darüber hinweg täuschen, dass Neonaziaktivitäten gerade von Jugendlichen immer wieder durch Polizei und Gerichte bagatellisiert werden und damit der Aufbau neonazistischer Strukturen erst ermöglicht wird.

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