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Heinrich-Heine-Gesellschaft im Zwielicht: Trennstrich zum Rechtsextremismus notwendig - Industrieclub verherrlicht Hitler-Auftritt: „Treffpunkt der Eliten“

Trotz wiederholter Hinweise und Aufforderungen sieht die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft offenbar keine Notwendigkeit, sich von dem extrem rechten ehemaligen REP-Funktionär Björn Clemens, der im Neonazi-Umfeld politisch aktiv ist, zu trennen. Hierzu erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf:

Nach eigenen Angaben hat sich die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft zur Aufgabe gemacht, „das dichterische und zeitkritische Werk Heines lebendig zu halten“. Ernst gemeint ist das allerdings wohl nicht. Denn trotz wiederholter Hinweise antifaschistischer Gruppen war die Heine-Gesellschaft bis jetzt nicht bereit, den in der extremen Rechten agierenden Düsseldorfer Björn Clemens aus ihren Reihen auszuschließen.

Vielmehr nimmt die Heinrich-Heine-Gesellschaft es auch noch hin, dass Clemens auf Internetseiten immer wieder mit seiner Mitgliedschaft in der Gesellschaft wirbt, wohl, um sich ein seriöses Image zu verpassen. Die Heinrich-Heine-Gesellschaft muss nun öffentlich erklären, ob sie Rechtsextremisten und Neonazis in ihren Reihen dulden will. Den Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Kruse, habe ich heute aufgefordert, ein Ausschlussverfahren gegen Björn Clemens einzuleiten.

Wie geschichtslos die Heine-Gesellschaft agiert, zeigt auch die Wahl des Ortes für eine Lesung mit dem französischen Antifaschisten, Résistance-Kämpfer und Buchenwald-Häftlings Stéphane Hessel. Ausgerechnet in den Düsseldorfer Industrieclub laden Heine Gesellschaft und andere dazu ein.

Dabei hat der 1912 gegründete Düsseldorfer Industrieclub seine Geschichte bis heute nicht aufgearbeitet. So warb 1932 Adolf Hitler äußerst erfolgreich bei den versammelten Industriellen um finanzielle Unterstützung für die NSDAP und ein gemeinsames Bündnis zwischen NSDAP und Kapital im Kampf gegen Gewerkschaften, Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten.

Auf den Internetseiten des Industrieclubs wird auch heute der Hitler-Auftritt noch indirekt verherrlicht. So wird die Geschichte des Industrieclubs in einem „Treffpunkt der Eliten“ betitelten Buch zusammen gefasst, zudem gibt es eine „Übersicht sämtlicher Vorträge von 1914 bis 2006.“ Dabei, so der Industrieclub reflektierten die Vorträge, „Themen die wichtigsten Fragen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur, die im 20. Jahrhundert diskutiert wurden.“ Damit stellt sich der Industrieclub selbst in eine faschistische Tradition anstatt seine Geschichte aufzuarbeiten.

„Empört Euch!“ heißt Stéphane Hessels empfehlenswertes Buch. Zu hoffen ist nun, dass die für den 19. Mai geplante Lesung in anderen, würdigen Räumen stattfindet und nicht im Industrieclub. Und dass Rechtsextremisten und Neonazis gar nicht, insbesondere nicht als Mitglieder der veranstaltenden Organisationen an der Veranstaltung teilnehmen können.

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