Artikel

Gedenken an homosexuelle Nazi-Opfer: schwarz-grün in Frankfurt verbietet Kranzniederlegung

Die von CDU und Grünen geführte Stadtverwaltung in Frankfurt am Main hat eine für morgen geplante Kranzniederlegung zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus im Rahmen des international begangenen Tages gegen Homophobie verboten. Hierzu erklären Tim Bühner und Frank Laubenburg für die Landesarbeitsgemeinschaft queer NRW der Partei DIE LINKE:

Zum Schutz der Finanzmärkte werden nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Bundesrepublik Grund- und Freiheitsrechte außer Kraft gesetzt. Selbst das Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus soll mittlerweile nach Ansicht von CDU und Grünen eine nicht hinnehmbare Bedrohung darstellen. Wir protestieren gegen das verhängte Verbot und fordern alle Frankfurterinnen und Frankfurter dazu auf, jetzt erst recht am morgigen Donnerstag um 18 Uhr auf dem Klaus-Mann-Platz an der - übrigens seit Jahren stattfindenden - Kranzniederlegung teilzunehmen.

Die Verbotsverfügung der Frankfurter Stadtregierung bezieht sich darauf, dass zeitgleich Proteste gegen das Krisenregime der Europäischen Union in Frankfurt geplant seien – die ebenfalls umfassend verboten wurden.

Der von CDU und Grünen hergestellte Zusammenhang ist auf den ersten Blick völlig absurd, auf den zweiten aber aus Sicht der herrschenden Klasse nachvollziehbar:

So reagiert die griechische Regierung auf die zunehmende von der EU erzwungene Verarmung weiter Teile der griechischen Bevölkerung unter anderem mit der Konstruktion von Sündenböcken und einer grundlegende Menschenrechte mit Füßen tretenden Politik der Verteufelung von HIV-Infizierten. So wurden in den letzten Wochen in Griechenland hunderte Prostituierte verhaftet und gegen ihren Willen zu HIV-Tests gezwungen und in Haft genommen. Fotos der Frauen wurden in den Medien veröffentlicht. Ziel dieser Politik ist es, auf Kosten HIV-Infizierter von der Bedrohung durch die EU-Finanzpolitik abzulenken. In der Bundesrepublik wurde über diese massiven Menschenrechtsverletzungen so gut wie nicht berichtet.

Ausgrenzung von Minderheiten, zunehmende Homophobie und die Konstruktion von Sündenböcken gehören jeweils zu den beliebtesten Mitteln der herrschenden Klasse, um eine repressive und asoziale Politik durchzusetzen. Auch daran wird mit der morgigen Kranzniederlegung erinnert.

Wir gehen davon aus, dass die Frankfurter Verbotsorgien dazu führen, dass noch mehr Menschen in diesen Tagen in Frankfurt gegen die Entsorgung von Grund- und Freiheitsrechten, gegen die Macht der Finanzmärkte und für ein Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf die Straße gehen.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
 

Kontakt

Frank Laubenburg
Erkrather Straße 274
40233 Düsseldorf

frank.laubenburg@googlemail.com
Mobil: 0152 33 55 47 52

Impressum
Datenschutzerklärung

Galerie