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Fucking System: Brandursachen endlich abstellen

Als häufigste Ursache für Wohnungsbrände in der Bundesrepublik Deutschland gelten die Folgen von Stromsperrungen durch die Energiekonzerne. Menschen, die ihre Energierechnungen nicht bezahlen können , müssen auf Kerzen und gefährliche Heizquellen ausweichen. Auch deshalb besteht seit Jahren die Forderung, Stromsperrungen zu verbieten. Allein in Düsseldorf gibt es jährlich um die 9.000 Stromsperrungen. Verantwortlich ist eine Politik, die sich den Profitinteressen der Konzerne unterwirft und sich eben nicht an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Mit anderen Worten: ein fucking system.
Nun hat es in einem im Bau befindlichen Gebäude in der Düsseldorfer Innenstadt gebrannt – und ein Passant hat irgendwo einen Flyer mit der Aufschrift „fucking system“ gefunden, diesen Feuerwehrleuten überreicht, die ihn an die Polizei gegeben haben, die den polizeilichen Staatsschutz beauftragt hat, zu ermitteln. Insbesondere die „Rheinische Post“ nutzt diesen Fund, um all jene zu diskreditieren, die in Düsseldorf gegen den Ausverkauf der Stadt, größenwahnsinnige Bauprojekte und eine unsoziale Politik vorgehen und sie mit dem Brand am Kö-Bogen in Verbindung zu bringen. Das zeigt vor allem eins: der Slogan „Fucking system“ ist berechtigt.
Ich hoffe, dass der polizeiliche Staatsschutz nun auch ermittelt, wenn es erneut in einem Privathaushalt brennt, weil den BewohnerInnen zuvor der Strom abgestellt wurde – und zwar gegen die verantwortlichen Energiekonzerne.
Geradewegs zynisch ist auch das Verhalten des Oberbürgermeisters Elbers, der angesichts des Brandes alle Hebel in Bewegung setzen will, damit der Eröffnungstermin des Kö-Bogens eingehalten werden kann; als ginge es um das Wohl der ganzen Stadt. Dabei geht es wohlgemerkt lediglich um die Frage, ob ein Luxus-Shopping-Center im Oktober 2013 oder eben etwas später eröffnet.
Für die Menschen, die in Düsseldorf leben und nicht wissen, wie und wo sie eine bezahlbare Wohnung finden oder wie sie ihre Energierechnungen bezahlen sollen, ist das Verhalten des Oberbürgermeisters ein Schlag ins Gesicht. Er zeigt durch seine Prioritätensetzung einmal mehr, wer und was in der Stadt für ihn zählt und wer nicht. Fucking system halt.

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