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Fracking: Wasserverseuchung zur Erdgasgewinnung nicht hinnehmbar

Im Düsseldorfer Hilton-Hotel stellt der EXXON-Konzern am morgigen Dienstag seinen „Energy Outlook Report 2010“ vor. Wichtiger Bestandteil ist das Festhalten am sogenannten „Fracking“, also der Suche nach unkonventionellen Erdgasvorkommen durch Bohrungen, bei denen große Mengen krebserregender und wassergefährdender Stoffe in den Boden gepumpt werden. Insgesamt elf Unternehmen haben mittlerweile für die Hälfte der nordrhein-westfälischen Flächen Claims abgesteckt und Lizenzen („Erteilung der Aufsuchungserlaubnis“) erhalten. Für Teile des Düsseldorfer Stadtgebiets hat der Wintershall-Konzern die
Lizenz bekommen. Zum Fracking-Verfahren und zu den morgigen Protestaktionen dagegen erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf:

Es klingt unglaublich: Hochgiftige, krebserregende Chemikalien werden beim „Fracking“ in den Erdboden gepumpt, um dadurch die Förderung verdeckter Erdgasvorkommen zu ermöglichen. Die Giftstoffe lassen sich nur zu einem geringen Teil wieder aus dem Boden entfernen, es besteht die Gefahr massiver Grundwasserverseuchung. Bei einer Fracking-Probebohrung im niedersächsischen Damme im Jahre 2008 presste der EXXON-Konzern 24.000 Liter Chemikalien in den Boden. Auch die Vermischung von (Trink-)wasser und Erdgas kann eine Folge des Fracking sein - in den USA sind mittlerweile Fälle bekannt, in denen sich Wasser aus den Trinkwasserleitungen mit dem Feuerzeug entzünden lässt.

An der Vergabe von Lizenzen, bei der Aufteilung der Claims und selbst bei der konkreten Genehmigung von (Probe-)bohrungen sind die Kommunen nicht beteiligt. So erfuhr die Landeshauptstadt Düsseldorf eher zufällig von den Genehmigungen, beim zuständigen Bergamt mussten eine Kopie der Aufsuchungserlaubnis sowie Informationen über die bisher von Wintershall zur Aufsuchung entfalteten Aktivitäten auf Düsseldorfer Stadtgebiet erst einmal angefordert werden.

Dieses Vorgehen der Genehmigungsbehörden und der Konzerne ist nicht hinnehmbar. Schon jetzt ist angesichts der zahlreichen erschreckenden Berichte aus Fracking-Gebieten klar, dass hier unkalkulierbare Risiken für Umwelt und Gesundheit in Kauf genommen werden, um Energiekonzernen neue Einnahmequellen zu ermöglichen.

Notwendig ist dringend eine Rücknahme der erteilten Lizenzen durch das Bergamt und ein landesgesetzliches Verbot des Fracking-Verfahrens. Aufgabe des Düsseldorfer Oberbürgermeisters wäre es zudem, die Bevölkerung bereits jetzt offensiv über die drohenden Gefahren zu informieren und offensiv gegen die Fracking-Pläne in Düsseldorf vorzugehen.

Die morgige Protestaktion anlässlich der Vorstellung des Exxon-Energy Outlook Reports 2010 ist eine gute Möglichkeit, das weitgehend unbekannte Thema Fracking in die Öffentlichkeit zu tragen. An der Protestaktion vor dem Düsseldorfer Hilton-Hotel (Georg-Glock-Straße 20), die von 16.30 bis 17.30 Uhr stattfindet, werde ich mich von daher beteiligen.

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