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EON-Jammerei und Stellenabbau angesichts der Gewinne in Höhe von 1,6 Milliarden Euro pervers

Zum heute vorgelegten Quartalsbericht des Düsseldorfer Energiekonzerns EON erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landehauptstadt Düsseldorf:

1,6 Milliaren Euro beträgt der bereinigte Gewinn des Energiekonzerns EON allein in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres, die Umsätze stiegen im gleichen Zeitraum sogar um 20% auf 78 Milliarden Euro. Gigantische Zahlen, die den AktionärInnen und dem Vorstand der EON AG aber nicht ausreichen, weil die ursprüngliche Gewinnerwartung wesentlich höher lag.

Die heute von EON erneut angekündigten Stellenstreichungen – 11.000 Arbeitsplätze sollen vernichtet werden – machen erneut deutlich, wie pervers Unternehmen agieren, um die Profitinteressen ihrer AktionärInnen zu bedienen. Eine Energiewende, die ökologisch und sozial ausgestaltet ist, ist auf dieser Grundbasis nicht zu erreichen.

So plant EON offenbar zwar einen Verkauf seiner Anteile an der URENCO (Betreiberin der Urananreicherungsanlage Gronau), aber nur, um auch hieraus erneut Profite zu schlagen. Die URENCO hat seit 2005 am Standort Gronau eine zweite Anlage (UTA-2) errichtet, die bis Ende des Jahres 2012 ihre volle Leistung von 2.700 Tonnen Urantrennungsarbeit pro Jahr (UTA) erreichen soll (in 2011: 1.400t/Jahr). Die erste Anlage (UTA-1) hatte ein Trennleistung von 1.800 Tonnen pro Jahr. Insgesamt ist in 2011 am Standort Gronau eine Leistung von 3.200 Tonnen UTA
verfügbar. Zudem richtet URENCO derzeit ein Zwischenlager für 60.000 Tonnen abgereichertes Uran ein. Eine konsequente, ökologische Energiewende müsste zur Schließung der UAA Gronau führen – genau das plant EON nicht.

Die heutigen EON-Geschäftszahlen zeigen also vor allem, dass eine andere Energiepolitik weder zu Lasten der Beschäftigten gehen noch mit höheren Preisen für die EndverbraucherInnen verbunden werden müsste. Da die AktionärInnen allerdings freiwillig auf ihre Profite nicht
verzichten werden, ist vor allem die Landesregierung aus SPD und Grünen gefordert, den nordrhein-westfälischen Verfassungsauftrag endlich zu erfüllen und EON zu vergesellschaften.

„Großbetriebe der Grundstoffindustrie und Unternehmen, die wegen ihrer monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in Gemeineigentum überführt werden“, heißt es in Artikel 27 der Landesverfassung NRW ja ausdrücklich.

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