Artikel

Düsseldorfer Polizei beschlagnahmt Castor-Schottern-Flyer – doch kriminell sind die Castor-Transporte

Zur Beschlagnahmung von Informationsblättern der bundesweiten Kampagne „Castor?Schottern!“ während des heutigen Streckenaktionstages gegen Castor-Transporte am Düsseldorfer Staufenplatz erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf:

Durch den Bahntunnel am Grafenberger Staufenplatz fahren immer wieder auch Castoren mit hochradioaktivem Müll. Auch für den diesjährigen Castor-Transport nach La Hague nach Gorleben gilt diese Güterzugstrecke 2324 als mögliche Ausweichroute. Dabei ist klar: der zwei Kilometer lange Staufenplatztunnel weist erhebliche Sicherheitsmängel in den Bereichen Brand- und Katastrophenschutz aus. Für Notfälle bei Castor- und Gefahrtguttransporten bestehen so gut wie
keine Möglichkeiten für Rettungs- und Notfallkräfte im Zugtunnel zu agieren. Ich finde es vor diesem Hintergrund kriminell, dass Castor- und Gefahrguttransporte überhaupt durch den Staufenplatztunnel gelenkt werden. Wobei: sichere Castor-Transporte gibt es nirgendwo.

Doch nicht die Gefahren der Atommülltransporte waren interessant für die anwesenden Polizisten: sie schrieben vielmehr Redebeiträge mit, um „strafbare Inhalte“ zu eruieren und beschlagnahmten Informationsblätter der Kampagne „Castor ?Schottern!“ (Infos unter http://www.castor-schottern.net ) wegen des Anfangsverdachts des Aufrufs zu Straftaten“. Ein billiger Versuch der Einschüchterung.

Die Menschen in und um Gorleben kennen solche Situationen hinlänglich: nur mit massiver staatlicher Repression lässt sich die Atompolitik überhaupt durchsetzen.

Dass sich heute – im Rahmen des bundesweiten „Streckenaktionstages“ - über 100 Personen am Staufenplatztunnel über die dortigen Gefahren sowie über den geplanten Castor-Transport nach Gorlebn und über die Situation in Fukuhima informiert haben, ist begrüßenswert. Das Eingreifen der Polizeibeamten und der Versuch der Kriminalisierung wird zudem einen gegenteiligen Effekt haben, wie heute schon zu sehen war. Auch in diesem Jahr werden sich zahlreiche DüsseldorferInnen an den verschiedenen Aktionen zur Verhinderung des Castor-Transports nach Gorleben beteiligen und sich davon nicht durch Kriminalisierungsversuche abschrecken lassen.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
 

Kontakt

Frank Laubenburg
Erkrather Straße 274
40233 Düsseldorf

frank.laubenburg@googlemail.com
Mobil: 0152 33 55 47 52

Impressum
Datenschutzerklärung

Galerie