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Auswirkungen der Leiharbeit: Düsseldorfer Arbeitsagentur hat „keine Erkenntnisse“

Zur morgigen Leiharbeitsmesse der Agentur für Arbeit Düsseldorf und den Antworten der Arbeitsagentur zu seiner Anfrage zum Thema „Leiharbeit“ erklärt Frank Laubenburg, Mitglied des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf:

Weder das Jobcenter Düsseldorf noch die Agentur für Arbeit in Düsseldorf haben nach eigenen Angaben Erkenntnisse über den Umfang der Verdrängung von Stammbelegschaften durch LeiharbeiterInnen in Düsseldorfer Unternehmen. Auch zu der Frage, wie viele Beschäftigte im Bereich der Zeit- und Leiharbeit aufgrund ihres geringen Verdienstes aufstockende Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV) erhalten, haben Arbeitsagentur und Jobcenter „keine Erkenntnisse“.

Diese Ignoranz der Arbeitsagentur und dem Jobcenter gegenüber den Problemen atypischer Beschäftigungsverhältnisse ist unglaublich.

Seit 2003 ist der Anteil von Erwerbstätigen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen in Düsseldorf von 25,3 % auf 32,7% gestiegen, besonders dramatisch ist die Situation für Frauen: mittlerweile sind 43,6 % aller beschäftigten Frauen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen angestellt.

Während in Normalarbeitsverhältnissen durchschnittlich ein Bruttostundenlohn von 18,05 Euro gezahlt wird, liegt dieser bei atypischer Beschäftigung nur bei durchschnittlich 11,98 Euro – und im Bereich der Leiharbeit sogar nur bei 9,71 Euro. Diese Daten sind erschreckend – noch erschreckender ist allerdings, dass sie dem Jobcenter Düsseldorf entweder nicht bekannt sind oder schlichtweg ignoriert werden.

Denn mit der morgen zum wiederholten Male stattfindenden Leiharbeitsmesse von Jobcenter und Arbeitsagentur sollen Erwerbslose ganz bewusst in atypische Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden. Das bereinigt die Statistik und rechnet sich für Konzerne und Leiharbeitsunternehmen.

Erwerbslosen hingegen droht mit Leiharbeit vor allem ein ewiger Verbleib im Niedriglohnsektor und anschließende Altersarmut. Von daher ist es richtig und sinnvoll, dass für morgen vor der Düsseldorfer Arbeitsagentur zahlreiche Protest gegen den modernen Sklavenmarkt angekündigt sind.

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