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AIDS: SPIEGEL-Berichterstattung hat sich in fast 30 Jahren nicht gebessert

Zum aktuellen SPIEGEL-online-Artikel „Zahl der HIV-Infizierten erreicht Höchstwert“ erklärt Frank Laubenburg, NRW-Landessprecher der LAG queer der Partei DIE LINKE:

Seine diskreditierende Berichterstattung über HIV- und AIDS-Betroffene will der SPIEGEL offenbar nicht ändern. Insbesondere in den 80-er Jahren stand der SPIEGEL für eine reaktionäre, antiaufklärische und homophobe AIDS-Berichterstattung, die Vorurteile geschürt und einen sachlichen Umgang mit HIV und AIDS erschwert hat. Anstatt diese unsägliche Berichterstattung endlich einmal aufzuarbeiten, knüpft SPIEGEL online nun, wenige Tage vor dem Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember, an seine schlechten Traditionen an. Zu dem am 26. November 2012 veröffentlichten Artikel auf SPIEGEL online ist festzuhalten:

„Der Kampf gegen die Ausbreitung von Aids ist in Deutschland derzeit wenig erfolgreich.“ Diese absurde Behauptung will SPIEGEL online damit belegen, dass es nunmehr geschätzt 78.000 HIV-Infizierte in der Bundesrepublik gibt. „Zahl der HIV-Infizierten erreicht Höchstwert“ wird der Beitrag entsprechend betitelt.

Fakt ist, dass eine HIV-Infektion heute wesentlich seltener, wesentlich später, wesentlich langsamer zum Ausbruch ein AIDS-Erkrankung und zum Tode führt. Dass die Zahl der in der Bundesrepublik lebenden HIV-Infizierten steigt, ist also zuallererst Folge der verbesserten medizinischen Therapien und damit auch eines erfolgreichen Kampfs gegen die Immunschwächeerkrankung. Wer es für wenig erfolgreich hält, dass mehr Menschen trotz HIV- oder AIDS-Diagnose noch leben, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Die reißerische Behauptung von SPIEGEL online, dass zudem rund 14.000 der von ihrer HIV-Infektion Wissenden sich bewusst nicht behandeln ließen, ist eine völlig absurde Konstruktion des Hamburger „Nachrichten“-Magazins. SPIEGEL online verfälscht hier die gestern veröffentlichten Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) ganz bewusst. Dass 14.000 HIV-Infizierte – darum geht es – derzeit an keiner HIV-Thearapie teilnehmen, hat in erster Linie damit zu tun, dass bei ihnen eine solche Therapie aus medizinischen Gründen schlichtweg nicht angezeigt ist und somit kontraproduktiv wäre.

SPIEGEL online zeigt mit seiner diffamierenden Berichterstattung einmal mehr, wie notwendig die praktische Solidarität mit HIV-Infizierten und an AIDS Erkrankten nicht nur zum Welt-AIDS-Tag ist.

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Den kritisierten SPIEGEL online-Artikel finden Sie unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/rki-statistik-zahl-der-hiv-in...

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