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Ökostrom: Stadtwerke Düsseldorf täuschen VerbraucherInnen

Mit ihrem „Naturrhein“-Tarif bietet die Stadtwerke Düsseldorf AG ihren KundInnen einen sogenannten „Ökostrom“-Tarif an. Die Gewinne daraus landen allerdings beim Atomkonzern EnBW. Dazu erklärt Ratsmitglied Frank Laubenburg (DIE LINKE):

Der Atomkonzern EnBW, dem die Stadtwerke Düsseldorf mehrheitlich gehören, profitiert nun auch noch davon, dass immer mehr KundInnen der Stadtwerke Düsseldorf AG sich angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima für den sogenannten „Naturrhein“-Tarif der Stadtwerke Düsseldorf AG interessieren. Mit einer Energiewende haben die Stadtwerke Düsseldorf AG und EnBW aber nun wirklich nichts am Hut.

Zwar stammt der als „Naturrhein“ angepriesene Strom zu 100 Prozent aus regenerativer Erzeugung. Allerdings größtenteils aus Wasserkraftwerken, die seit Jahrzehnten bestehen und deren Strom zuvor als ganz normaler Strom („Ohnehin-Strom“) abgesetzt wurde.

Je höher nun der Bedarf für den „Naturrhein“-Tarif wird, desto höher kann gleichzeitig auch der Atomkraft-Anteil am „Normal“-Strom der Stadtwerke Düsseldorf AG werden. Die Gewinne aus dem „Naturrhein“-Tarif werden zudem nicht automatisch zum Ausbau regenerativer Energien verwendet, sondern landen größtenteils in den Kassen des Atomkonzerns EnBW.

Politisch gewollt ist eine solche Täuschung der VerbraucherInnen von der Düsseldorfer Ratsmehrheit aus CDU und FDP. Sie haben nicht nur die Mehrheitsanteile an den Stadtwerken an EnBW verkauft, sondern auch auf die seit Jahren anhaltende Kritik am „Öko“-Konzept der Stadtwerke nicht reagiert. Ein kommunales Konzept für eine Energiewende liegt nicht vor, der vorhandene kommunale Rest-Einfluss auf die Stadtwerke wurde von der Ratsmehrheit dazu auch nicht genutzt.

VerbraucherInnen, die mit ihren Stromverträgen den Ausstieg aus die Atomenergie durchsetzen wollen, sollten von daher zu einem der vier Anbieter wechseln, die ausschließlich Ökostrom anbieten und ihre Gewinne auch in den Ausbau regenerativer Energien investieren. Das setzt nicht nur EnBW, sondern auch die Kommunalpolitik unter Druck.

Zu den Anbietern echten Ökostroms gehören zum Beispiel die Elektrizitätswerke Schönau. In Schönau konnte durch zwei Bürgerbegehren und viele weitere Aktivitäten das örtliche Stromnetz von einem Atomkraftwerksbetreiber freigekauft werden. Seitdem betreiben die bügereigenen Elektrizitätswerke Schönau (EWS) das Ortsnetz ökologisch vorbildlich und wirtschaftlich erfolgreich. Die Landeshauptstadt Düsseldorf hingegen ging mit ihrer CDU/FDP-Mehrheit den umgekehrten Weg und übergab der Atommafia ihre Stadtwerke.

Einen Überblick zum sinnvollen Stromwechsel bietet die Internetseite http://www.atomausstieg-selber-machen.de/

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